Der kleine peinliche Mali Einsatz der Bundeswehr – Ein Kommentar

Nach kurzem Zögern hat sich die Bundesregierung nun schließlich doch noch schnell genug dazu bereit erklärt, den entschlossen handelnden französischen Natopartnern in Mali unter die Arme zu greifen. Wenn auch nur indirekt mit der Entsendung von zwei uralten Transall-Transportflugzeugen zum relativ unriskanten Transport der westafrikanischen Ecowas-Streitmacht aus den umliegenden Ländern in die mutmaßlich gesicherte Landeshauptstadt Bamako.

Warum man vorerst am liebsten nur transportieren möchte ist natürlich auch klar:

es kostet weniger Geld, schont die ohnehin knappen Ressourcen und Kapazitäten  der Bundeswehr, bedarf keines extra Bundestagsmandats, beschwört weniger Schelte seitens der Opposition herauf, bindet Deutschland nicht so unabsehbar lange an Mali, wie es schon an Afghanistan gebunden ist, und last but not least – weil am wichtigsten für die Regierung: es belastet erstmal nicht die kommende Wahl!

Warum man die Franzosen oder deren Gerät nicht dort hinfliegen will, bleibt vor dem Hintergrund dass die Ecowas-Truppen, genauso wie die Franzosen selbst,  ja auch nur vor Ort sein werden um einen Anriffskrieg gegen die islamistischen Rebellen zu führen, allerdings unklar.

Vor allem wenn Frankreich tatsächlich wie Berlin nun behauptet, ein offizielles Hilfsgesuch an Deutschland bzw. die Bundesregierung gestellt hat…

Ich könnte jetzt auch mal böse mutmaßen dass man vielleicht einfach nur besorgt ist, sich vor den Franzosen mit den alten Maschinen und dem eigenem schlecht organisierten Militär zu blamieren, und es daher lieber vorzieht die afrikanischen Dritte-Welt-Truppen durch die Gegend zu fliegen, doch das wäre wohl mehr als ein bisschen zynisch oder? 😉

Wie auch immer, die Bundesregierung glaubt jedenfalls anscheinend wirklich daran sich diesmal taktisch klug und mit Anstand so gut wie möglich platziert, und der Bündnisstreue im Gegensatz zum historisch unklugen Vorgehen in der Lybienkrise, genüge getan zu haben.

Doch da hat sie sich geschnitten!

Es ist eine Sache dieses Mal eine weitere offene Brüskierung der Bündnisspartner vermieden zu haben, doch ebenso ist es eine andere wie dies letztendlich erreicht wurde.

Denn mit diesem offenkundig kleinbürgerlichen Verhalten dem wichtigsten aller europäischen Partner gegenüber, hat Berlin ein weiteres Mal nur unterstrichen, das man einfach noch zu unreif für die ganz große Weltpolitik ist, ja das Deutschland immer noch nicht bereit ist, seine eigentlichen Platz in der Welt einzunehmen, und die enorme Verantwortung welche diesem eigentlich anheim fällt zu übernehmen.

Es ist eine Schande, Deutschland, eine der wirtschaftlich größten und kulturell weitentwickeltsten Nationen der Erde, ist schlicht immer noch nicht in der Lage über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen,und unabhängig von allem innenpolitischem Geplänkel, geschlossen zu handeln, zu agieren und aufzutreten.

Und demenstprechend im äußersten Falle auch unpopuläre Maßnahmen in Erwägung zu ziehen, welche schlimmstenfalls auch weiter reichen mögen als der schon zur schlechten Angewohnheit gewordene – berühmte Griff ins dicke Portemonnaie

Kein Wunder also, dass man den überpazifistischen bundesdeutschen Diplomaten immer noch eisern einen ständigen Platz im Weltsicherheitsrat und damit ein Recht auf Mitbestimmung der Weltpolitik verweigert, schließlich kann man sich schon vorher an fünf Fingern abzählen, dass die Gesandten der Bundesregierung nur als eine weitere dicke Bremse im ohnehin trägen Rat auftreten würden.

Denn das Lieblingswort der bundesdeutschen Aussenpolitiker ist ja schließlich nicht erst seit gestern das schon berüchtigte: Nein!

Herr Westerwelle nennt diese fest einstudierte Kameradenschweinhaltung Deutschlands neuerdings: „Kultur der militärischen Zurückhaltung“, andere nannten so etwas vor langer Zeit: „Appeasement Politik“.

Bleibt wohl nur noch zu bemerken, dass die jetzt verkündete Bündnisshilfe der Bundesregierung im Namen Deutschlands zwar innenpoltisch klug ist, und in einem Maße ausreichend wie es der minimale Anstand gegenüber Verbündeten gebietet, aber dennoch genauso vernünftig anmutet, wie sie eben auch peinlich und lächerlich wirkt.

Laut FAZ war Frankreichs Präsident Hollande aber wohl vollauf zufrieden mit dem nun gemachten Angebot der Bundesregierung, man habe auf französischer Seite auch gar nichts anderes erwartet als jetzt angeboten wird…

Nun ja 🙂 Man könnte das jetzt entweder so interpretieren, dass die Franzosen eben auch mit kleinen Gesten zufrieden sind, oder aber man ist Realist, und zieht lieber die zweite subtilere Interpretation vor… 😉

Rambomann Ende 😉

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