Mein erster Hund – Bolonka Zwetna – Welpenkauf Erfahrung

Der Hund ist der beste Freund des Menschen, er ist ein treuer Begleiter, ein super Spielkamerad, und ein natürliches Mittel gegen die gemeine um sich greifende Couchpotato-Krankheit.
Und genau deswegen hat sich meine Familie vor kurzem auch einen lebhaften zobelfarbenen Bolonka-Zwetna-Welpen als Familienhund zugelegt.
In der folgenden Artikelserie möchte ich unsere Erfahrungen als frisch gebackene Hundehalter mit euch teilen, und – so hoffe ich – einige nützliche Tipps mit auf den Weg geben, nur für den Fall dass ihr euch demnächst vielleicht auch so einen kleinen Frechdachs zulegen möchtet.
Zunächst solltet ihr aber wissen, dass ich natürlich selbst noch im Lernprozess und definitiv kein Hundeexperte bin. Dennoch glaube ich, dass gerade meine frisch gemachten Erfahrungen beim Welpenkauf, beim Stubenreinheitstraining,  der allgemeinen Hundeerziehung und dem täglichen Leben mit einem kleinen Ersthund für euch besonders interessant sein könnten…
Also dann mal los, in diesem ersten Artikel der Serie soll es um die Auswahl der geeigneten Hunderasse, des Züchters, sowie den Kauf des Welpen gehen.

Ob ein Bolonka Zwetna für euch die richtige Hunderrasse ist…
liegt weniger am Bolli, sondern vielmehr an euch selbst, bzw. in was für einer Lebensphase ihr gerade steckt.
Denn prinzipiell ist der Bolonka Zwetna ein sehr schöner Einsteigerhund für Jedermann, mit angeborenen Charaktereigenschaften die sich jeder Hundebeginner wünschen dürfte. Der Bolonka Zwetna (engl. Russian Tsvetnaya Bolonka) hat ein freundliches und offenes Wesen, ist lieb, verspielt und verschmust, und selbstverständlich auch überaus knuffig.
Das kleine russische Schoßhündchen (Tsvetnaya Bolonka = buntes Schoßhündchen), verfügt zudem über sehr viel Energie, benötigt aber nicht zwangsläufig auch sehr viel Auslauf.
Es ist also per se egal ob du der aktive Typ Mensch für lange Spaziergänge, Wanderungen oder Hundesport bist, oder eher kurze Gassirunden und dafür eher ausgiebiges chillen auf dem Sofa bevorzugst, ein Bolli passt sich deinem Lebensstil sehr gut an.
Er ist daher sowohl für junge Leute, Familien mit Kindern, als auch für Senioren als Alltagsbegleiter durch den Lebensabend geeignet.
Im wesentlichen hängt also die Antwort auf die Frage ob ein Bolonka der richtige Hund für dich ist eigentlich nur davon ab, ob du genug Zeit für den kleinen Racker mitbringst.
Denn Bollis sind sehr sehr anhänglich, und wollen am liebsten überall mit dabei sein.
Das bedeutet natürlich auch, dass ein Bolonka absolut nicht gerne lange alleine ist.
Und hier entscheidet sich letztendlich auch ob ein Bolonka Zwetna für dich geeignet ist. Respektive ob DU selbst überhaupt als Bolonka-Halter geeignet bist…

Bist du Single? Wohnst alleine, und bist 8 Stunden täglich berufstätig, ohne das Glück zu haben den Hund mit auf die Arbeit nehmen zu dürfen?
Dann ist ein Bolonka höchstwahrscheinlich nicht der richtige Hund für dich.

Glaub mir, du würdest mit einem Kauf weder dem Hund, noch dir oder deinen lieben Nachbarn einen Gefallen tun. Denn mehr als einige wenige Stunden kann selbst ein ausgewachsener Bolonka nicht alleine bleiben ohne vollkommen am Rad zu drehen. Und für einen kleinen Welpen können schon wenige Minuten ohne Herrchen und Frauchen zur Qual werden. Es ist daher enorm wichtig, dass bei dir Zuhause zunächst mal die Voraussetzungen stimmen, und möglichst immer jemand da ist, der sich um deinen Liebling kümmern kann solltest du selbst mal keine Zeit für ihn haben. In diesem Falle steht dann der Anschaffung dieses süßen kleinen  Zarenhündchens auch nix mehr im Wege, und du kannst endlich anfangen dich auf die Suche nach deinem neuen Freund fürs Leben zu machen.

Wo man einen Bolonka Zwetna kaufen kann… im Tierheim, von Privat oder beim Züchter…
hängt natürlich zunächst im Wesentlichen davon ab, wie weit du für deinen neuen Freund fahren willst, wieviel du zu zahlen bereit bist, und ob du gerne einen Welpen oder einen erwachsenen Hund erwerben möchtest.

Die letzte Frage sollte von dir zunächst gut im Vorfeld abgewogen werden, denn die Vorteile des einen, sind die Nachteile des anderen Bolonka.
So hat man bei einem jungen Bolonka-Welpen natürlich von Anfang an die Chance den Hund zu prägen und zu formen wie man möchte.
Man kann hierbei jedoch auch jede Menge falsch machen, und so ein kleiner Welpe kostet prinzipiell erstmal viel mehr Geld, viel mehr Arbeit, und definitiv viel mehr Nerven, als wenn man sich einen bereits stubenreinen und einigermaßen erzogenen bzw. erwachsenen Hund ins Haus holt.
Dafür, ist man dann aber von Anfang an dabei, und überdies kann man meiner Meinung nach schneller einen Züchter mit bereits zur Abgabe bereiten Welpen in der Nähe finden, als das man im Tierheim um die Ecke zufällig einen ausgewachsenen Bolonka Zwetna entdeckt.
Natürlich gibt es da aber auch noch das Internet. Auf der Suche nach einem erwachsenen Bolonka Zwetna aus privater Hand bieten sich – meiner Meinung nach – am besten die Ebay-Kleinanzeigen an. Hier könnte man wohl am ehesten fündig werden, wenn es nicht unbedingt ein kleiner Welpe sein muss.

Aber ich schweife schon wieder ab, denn schließlich wollte ich ja von meinen Erfahrungen beim Hundekauf berichten, und wir haben uns letztlich dann doch dafür entschieden mit unserem neuen Familienmitglied über alle Etappen zu gehen, und einen kleinen Welpen beim Züchter zu kaufen.
Das hat dann natürlich auch noch den Vorteil, daß man mitunter vom jungen Bolonka noch ein paar Jahre länger etwas hat, als von einem bereits erwachsenen Hund. Ein Bolonka Zwetna wird übrigens bis zu 15 Jahre alt, manchmal sogar etwas älter. Ein Umstand den man ohne Frage vor der Anschaffung auch in die eigene Lebensplanung mit einbeziehen sollte.

Wie findet man einen guten Bolonka Zwetna Züchter?
Okay, an diese Frage bin ich seinerzeit recht unbedarft herangegangen und hab einfach mal die Googlemaschine mit dem Suchbegriff „Bolonka Welpen“ gefüttert, und bin dann auch, wie könnte es auch anders sein, recht schnell bei den Ebay-Kleinanzeigen gelandet. Hier hab ich dann ne Standortsuche mit Umkreis gemacht, und entsprechend auch schnell einige interessante Suchergebnisse geliefert bekommen. Ich hab daraufhin ein paar interessante Anzeige als Favoriten gespeichert, aber war mir ehrlich gesagt auch noch recht unschlüssig da ich auch nicht an den falschen Züchter geraten wollte. Man hört und liest ja schließlich immer wieder von so genannten Grabbeltischwelpen bzw. Wühltischwelpen oder Hinterhofwelpen aus Polen oder von sonstwo, welche von bösen Menschen (Vermehrern) – ohne Rücksicht auf Verluste und die Gesundheit der Tiere – aus reiner Profitgier in Massen gezüchtet, und anschließend billig oder auch teuer zum Kauf angeboten werden.
Und da ich auf keinen Fall, ein kleinen Welpen kaufen wollte, den man erst liebgewinnt, der dann aber schon nach wenigen Wochen todkrank wird, habe ich erstmal nachgeforscht wo man im Internet – abgesehen von den Ebay Kleinanzeigen – sonst noch Bolokna-Zwetna-Züchter finden kann…
Erste Anlaufstelle für deine eigene Recherchen sollte meiner Meinung nach die Seite des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) sein, und hier  kann man dann nach entsprechenden Züchtern in der Nähe suchen.
Des weiteren gibt es die Möglichkeit bei:
Deine Tierwelt
Markt.de
Haustier Anzeiger
Hundund
nach dem Hund deiner Träume und dem entsprechenden Züchter zu suchen.

Wenn du nicht viel von derlei Internetsucherei hältst, und zudem jemanden kennst der einen gesunden Bolonka sein Eigen nennt, sollte diese Person natürlich deine erste Anlaufstelle sein, so bekommst du vielleicht direkt aus erster Hand einen guten Züchter empfohlen, und kannst dich gleich weiter informieren…

…worauf man grundsätzlich beim Welpenkauf achten sollte, und wieviel ein Bolonka-Welpe vom „anständigen“ Züchter kostet!?

Ob der Züchter anständig ist oder nicht, weiss man natürlich im Endeffekt nie so wirklich, denn selbst wenn man den Züchter mal live kennengelernt hat, und diesen grundsätzlich als vertrauenswürdig empfunden hat, bleiben meiner Meinung nach doch immer einige Ungewißheiten mit denen man schließlich leben muss, doch dazu später mehr…
Achten solltest du schon bei der Suche grundsätzlich darauf, dass die Zucht vom Veterinäramt o.ä. genehmigt wurde, und der Züchter einem anerkannten Zuchtverein angehört. Am besten direkt einem dem VDH angeschlossenen Rassehundeverein wie z.B. dem Verband Deutscher Kleinhundezüchter e.V. angehört.

Zudem solltest du beim Züchter die Papiere der Eltern des Welpen einsehen, sowie zumindest das Muttertier live und in Farbe kennenlernen dürfen (Der Vater-Rüde muss nicht immer zwangsläufig auch beim Züchter leben).

Solltest du das Muttertier nicht sehen dürfen, bzw. es aus irgendeinem Grund nicht da sein, such am besten gleich weiter, denn in diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit das der Züchter nicht ganz koscher ist sehr hoch.

Kein direktes Ausschlusskriterium, jedoch tendenziell als eher negativ zu werten, wäre es, wenn der Züchter neben Bolonkas auch noch andere Hunderassen züchtet. Hier solltest du letztendlich selbst abwägen, ob dieser Umstand den Züchter bzw. seine Welpen als solche für dich unattraktiv macht.

Eine gute Entscheidungshilfe ist es gerade in diesem Fall, wenn der Züchter z.B. schon im Vorfeld an deiner Person und deinen Lebensumständen interessiert ist, dass zeugt zumindest davon, dass dem Züchter nicht gänzlich egal ist wo seine Kleinen mal leben werden, und es ihm nicht ausschließlich um den eigenen Profit geht.
Selbstverständlich sollte zudem sein, dass die Welpen bei Abgabe mehrfach entwurmt, gechippt (Tassochip), sowie mit einem gültigen EU-Heimtierausweis (Impfpass für Haustiere) ausgestattet sind, und bereits die erste Grundimmunisierung gegen SHP (Staube, Hepatitis, Parvovirose) per Schutzimpfung beim Tierarzt erhalten haben.
Natürlich kann ein kleiner Welpe auch schon gegen noch mehr Zeugs geimpft sein. Bei den kleinen Bolonkas ist jedoch etwas Vorsicht geboten was die üblichen Mehrfachimpfungen angeht, hier ist am Anfang weniger mehr.

Das liegt daran, dass der Bolonka Zwetna als Kleinhunde-Rasse vor allem im Welpenalter recht empfindlich auf zuviel Impfstoff reagieren könnte. Aus diesem Grund wartet man z.B. mit der Tollwut-Impfung auch besser bis zum 6ten Lebensmonat, und lässt diese dann einzeln vornehmen.
Nimm es deinem Züchter also nicht übel, wenn seine Bollis zunächst nur die notwendigsten Impfungen bekommen haben. Denn höchstwahrscheinlich hat er es damit nur gut gemeint…

Ein vor Übergabe ausgestelltes Gesundheitszeugnis, sowie eine Ahnentafel (optimal direkt vom VDH oder dem Verband Deutscher Kleinhundezüchter e.v.) zeugen schließlich davon, dass der Züchter deiner Wahl eher zur seriösen Fraktion seiner Zunft gehört, und die angebotenen Welpen eine gewisse Qualität aufweisen, welche im übrigen auch ihren Preis haben darf…

Junge Bolonka Welpen, die all diese Grundvoraussetzungen mitbringen sind höchstwahrscheinlich auch gesund und munter, und werden je nach Farbe und Standort des Züchters zu Preisen zwischen 1000,00 Euro und 1600,00 Euro angeboten.
Das ist sicherlich kein Pappenstiel, aber hier geht es schließlich um einen Rassehund der einen bis zu 15 Jahre lang treu, munter und gesund durchs Leben begleiten soll.
Du investiert damit also praktisch schon beim Kauf in die Gesundheit deines Hundes, und sparst dir mitunter im nachhinein ein vielfaches an Tierarzt-Kosten.
Solltest du also schon einen Züchter gefunden haben, der diese Grundvoraussetzungen erfüllt, lohnt es sich definitiv einmal dort anzurufen, bzw. vorbei zu schauen und die kleinen Racker das erste Mal persönlich in Augenschein zu nehmen.

Tip!!! Ich empfehle dir übrigens nicht überstürzt zu handeln und wenn möglich lieber einmal mehr zum Züchter deines Vertrauens zu fahren, bevor du die endgültige Kauf-Entscheidung triffst…
Auf diese Weise kannst du deinen kleinen Welpen und seinen Charakter nicht nur im vorhinein besser kennenlernen, und die richtige Wahl treffen, sondern du kannst den Kleinen auch schon vor der Abholung an dich gewöhnen.

Erste Besuche beim Züchter sollten so ab der 6 Lebenswoche der Welpen möglich sein, eine Übergabe bzw. Abholung jedoch frühestens im Alter von 8 Wochen. Besser wäre sogar ein Alter von 10 Wochen, da der oder die Kleine dann noch mitunter zwei Wochen länger etwas von seiner Mutter und den Wurfgeschwistern hatte, und bei Abgabe noch etwas besser sozialisiert ist. Das spart dir evtl. das ein oder andere graue Haar bei der Erziehung der kleinen Schnappschildkröte 😉

Okay okay, ich nehme an du willst nun aber endlich wissen…
… wie der Welpenkauf bei mir abgelaufen ist…

Wie schon erwähnt hatte ich erst bei den Ebay-Kleinanzeigen ein paar „Angebote“ rausgesucht, mich jedoch dann erst entschieden mich noch anderweitig umzusehen. Ich habe daraufhin die Seite des VDH besucht und dort nach passenden Bolonka Züchtern in meiner Nähe gesucht.

Und siehe da, es gab sogar direkt einen im Nachbarort. Leider hatte dieser zur Zeit keinen Wurf anzubieten, ebensowenig wie die nächstgelegenen VDH-Züchter im Umkreis.
Da ich jedoch nicht bereit war mit der Anschaffung eines Welpen noch monatelang bis zum nächsten Wurf zu warten, hab ich dann letztlich doch wieder bei Ebay-Kleinanzeigen reingeschaut und mir dort eine Züchterin rausgesucht, die noch 2 Rüden aus ihrem U-Wurf zu vergeben hatte.

Kurze Zwischeninfo: Nein… es ist nicht so wie du, und viele anderen jetzt denken, die Mutter unseres kleinen Bolonka Welpen hatte nicht schon 21 mal geworfen ^^, laut Angabe der Züchterin war dies erst der zweite Wurf der Mutterhündin.
Aber was haben die Buchstaben als Wurfbezeichnung, die so Wurfbuchstaben dann zu sagen? Wo ist der Unterschied zwischen einem A-Wurf, einem B-Wurf oder einem C-Wurf? Ausser dass die kleinen Welpen in der Regel Namen mit dem Anfangsbuchstaben ihres Wurfs erhalten? Ganz einfach, an der Wurfbezeichnung lässt sich „ein bisschen“ ablesen wie viele Würfe der so genannte Zwinger des Züchters schon gehabt hat, bzw. wie lange der Züchter schon diese Hunderasse züchtet.
Die Wurfbezeichnung ist also unabhängig vom jeweiligen Muttertier, und bezieht sich auf die Anzahl aller Würfe die der beim Zuchtverein registrierte Zwinger des Züchters schon zu verzeichnen hatte.
Ein Beispiel zum Verständnis: Ein Zwinger mit dem Phantasienamen „Frechdachshausen“ existiert seit 2 Jahren, und verfügt über 3 Hündinnen, die je 2 Würfe pro Jahr hatten.
Das heisst der Zwinger hatte bisher 12 Würfe (3x2x2) zu verzeichnen.
Der 12te Buchstabe des Alphabets ist das L.
Der letzte Wurf war also ein L-Wurf.
Ein weiblicher Bolliwelpe aus diesem Wurf würde damit z.B. in den Zuchtpapieren „Lassy von Frechdachshausen“ heissen. 😉

PS – wenn der Züchter schon länger als ein paar Jahre im Geschäft ist, geht die Sache mit der Wurfbezeichnung nach dem 26ten Wurf natürlich wieder von vorne los, d.h. ein A-Wurf kann entweder der 1ste Wurf, oder auch der 27te, oder 54te eines Zwingers sein… usw. selbstverständlich)

Ein kurzer Anruf genügte, und schon war ein Termin für Samstags morgens zur Besichtigung der zwei Racker ausgemacht.
Es kam dann im Gespräch auch gleich die Frage von der Züchterin ob ich bzw. meine Familie denn auch genug Zeit für den Hund haben würde, was mir direkt einen guten Eindruck von der Dame vermittelte.
Die folgenden vier Tage bis zum Wochenende konnte ich natürlich kaum abwarten, ich freute mich schon wie ein kleiner Rambojunge darauf evtl. Samstags unseren neuen Hund kennenlernen zu dürfen, und las mir in der Zwischenzeit alle möglichen Themenseiten zu Bolonka Zweta Rassehunden, deren Wesen, Erziehung usw. durch.

Und ich laß mir außerdem die ganze Webseite der Züchterin durch, inklusive des überaus positiven Feedbacks diverser Käufer, die ihr scheinbar stolz Bilder ihrer Hunde und Beschreibungen wie diese sich entwickelt hatten – per Email hatten zukommen lassen.
Ich konnte es damals noch nicht ganz festmachen, aber mittlerweile glaube ich, auch wenn mit unserem Hund augenscheinlich alles in Ordnung ist, dass ein großer Teil dieser durchweg positiven Feedbackpost von ihr selbst verfaßt wurde. Die einwandfreie und immer gleiche Rechtschreibung in dieser Post lassen jedenfalls darauf schließen, und zudem hat sie mich nie um meine Email oder ein Feedback zur Entwicklung unseres Hundes gebeten.
Aber ich bin wahrscheinlich mal wieder zu mißtrauisch, oder? 😉
Da ich jedoch mit diesem Artikel niemanden schlecht machen will, und hier zudem nur Vermutungen aufschreibe, werde ich selbstverständlich auch keine Namen nennen. Also fragt mich bitte auch in den Comments nicht danach aus welcher Zucht unser kleiner Bobo stammt…

Naja ok wo war ich? Ach ja, ich hatte mir zwischen den Tagen die Webseite der Züchterin durchgelesen die auch eine Unterseite „Qualifikationen“ aufwies, hier war der Mitgliedsausweis und eine Urkunde des Rassehunde-Zuchtvereins in jenem sie Mitglied war abgebildet, was mich ein weiteres Mal optimistisch stimmte dass ich eine gute Züchterin ausgesucht hatte. Diese Ansicht wurde noch weiter gefestigt, als Sie mir donnerstags morgens mitteilte, dass einer der zwei Welpen derweil zwar vergeben sei, aber sie den andern bis zu unserem Besuch am Samstag vorreservieren würde.
Natürlich hätte mich dies auch stören können, hat es aber nicht, weil wir uns insgeheim anhand von Bildern ohnehin mehr für den noch verbliebenen Welpen mit zobelfarbenen Fell interessiert hatten. Na klar wäre es angenehmer gewesen eine Auswahl zu haben. Aber der wahre Charakter eines Hundes zeigt sich meiner Meinung nach ohnehin erst etwas später. Denn unser Bobo war ja schließlich zu diesem Zeitpunkt erst 7 Wochen alt.
Und wurde von der Züchterin als eher ruhiger, jedoch freundlicher- und aufgeschlossener junger Hund beschrieben.
Naja, freundlich und aufgeschlossen ist er, wie wir mittlerweile wissen, auf jeden Fall. Aber unter ruhig stell ich mir mir was anderes vor, denn unser Hund hat ganz schön Feuer im Hintern… aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr 😉

Als es dann samstags morgens im März 2017 endlich soweit war, wusste ich also bereits schon so einiges über die Rasse Bolonka Zwetna, worauf man allgemein beim Welpenkauf achten sollte, und selbstverständlich auch dieses und jenes über die Züchterin, und ihre Zucht per se.
Zum Beispiel, dass sie, wie sie es auf ihrer Homepage beschrieb, „aus Erfahrungswerten immer gerne 2 Würfe gleichzeitig im Haus hatte“, so auch diesmal. Der erste bestand aus 6 oder 7 Welpen, und der zweite – für uns interessante Wurf – aus 3 Welpen.

Der erste Wurf war jedoch schon 1-2 Wochen älter, als jener von unserem Bobo, und durfte bereits an diesem Samstag ausziehen. Als ich dies das erste Mal auf der Webseite gelesen hatte, sah ich darin jedoch kein Problem. Das Problem im nachhinein war jedoch, dass die Züchterin uns während unseres Besuchs nur das Muttertier unseres Welpen, bzw dessen Wurfs zeigen konnte/wollte, weil die andere Hündin wegen der Abholung ihrer Welpen an diesem Tage eine Etage tiefer im Haus gehalten wurde, um das Tier nicht weiter zu stressen… nun ja…
Dies klang in der Situation für mich recht verständlich. Jedoch hätte man uns auf die Art, mal ganz böse überlegt, auch einfach das andere Muttertier vorführen können, sofern mit dem Muttertier des anderen Wurfs etwas nicht in Ordnung gewesen wäre.
Eine Überlegung die mir aber erst nach unserem Besuch kam, nachdem wir schon längst den Kaufvertrag unterschrieben hatten.
Denn abgesehen von einigen wenigen Sachen die mir hier und da zwar aufgefallen waren, hatten wir eigentlich nichts Negatives feststellen bzw. beim Besuch beobachten können.
Die Züchterin selbst machte uns gegenüber einen sympathischen und offenen Eindruck, und sowohl unser Bobo, als auch seine Geschwister und mutmaßliche Mutter wirkten gesund, fit und freundlich.
Außerdem waren die Räumlichkeiten der Züchterin relativ sauber, und es roch nur soweit nach „Hund“, wie das eben allgemein bei einer Kleinhundezucht in der Wohnung zu erwarten ist.
Die Welpen selbst befanden sich bei unserer Ankunft – nach Wurf getrennt – in zwei sauber mit Zeitungspapier ausgelegten, und in den Ecken mit Decken und Spielzeug ausgestatteten festinstallierten Welpenlaufställen.
Alle Tiere erschienen mir lebhaft und gesund, und als uns die Züchterin unseren Bobo präsentierte, war die Entscheidung für ihn eigentlich auch schon so gut wie gefallen.
Der Kleine war zunächst zwar etwas zurückhaltend, da er bis dahin geschlafen hatte, wurde dann aber auch sehr schnell agiler, vor allem als er erstmal unsere Schnürsenkel als Spielzeug ausgemacht hatte.
Ausgehend von meinen Online-Recherchen worauf man bei jungen Welpen vor dem Kauf achten sollte, begutachtete ich den Kleinen während dem ersten schmusen unauffällig hier und da. Und zu meiner großen Freude wirkte der kleine Racker absolut gesund auf mich.

Sein Fell war glänzend, seine Augen klar, seine Ohren und sein Popo sauber. Und Mundgeruch konnte ich auch keinen feststellen.
Als die Züchterin dann die anderen erwachsenen Bollis – die im Haus lebten, inklusive der mutmaßlichen Mama „Kimba“ ins Zimmer holte, wurden wir stürmisch und freundlich begrüßt, und der Kleine lief fröhlich mitten in der Hunderasselbande umher.
Komisch fand ich nur, dass Kimba anschließend zunächst in das Gehege des anderen Wurfs sprang und dort mit den Welpen rumtollte, und sich dann erst unserem Kleinen widmete. Die Züchterin meinte dazu, dass die Hündin sich für beide Würfe verantwortlich fühlen würde, was ich nicht unbedingt gänzlich überzeugend fand.
Meine Zweifel wurden jedoch erstmal ausgeräumt, als ich beobachten konnte, wie Mama-Kimba kurz darauf unseren Bobo stürmisch unterwarf, und ihn daraufhin liebevoll abschleckte, was glaub ich zur zum Standardrepertoire von Hundemamas in der Sozialisierungsphase bei jungen Welpen in diesem Alter gehört.

Naja gut, nachdem wir nun sowohl den Welpen, als auch das Muttertier gesehen hatten, kam natürlich die Frage nach dem Vater des Kleinen auf.
Die Züchterin erläuterte uns, dass dieser nicht im Haushalt lebe, da er sonst ständig die Hündinnen bespringen würde, sie aber nur bei ihrer Schwägerin (wo er lebte) anrufen müsse, und wir ihn dann in einer halben Stunde kennenlernen könnten.

Ich weiss nicht ob das unbedingt die richtige Entscheidung war, aber für mich zählte in dem Moment der Wille, und die Erklärung schien mir einleuchtend, deswegen haben wir es dabei belassen, und nicht darauf bestanden den Papa von Bobo bringen zu lassen.
Ich ließ mir dann noch von der Züchterin die Papiere von Kimba als auch von Bobos Papa, sowie deren Gesundheitszeugnisse zeigen.
Beide Hunde waren laut diesen gesund, sowie PL-Frei (Keine Patellaluxation = Keine Verlagerung der Kniescheibe beim Hund ), und obendrein konnte die rassetypische PRA-Erkrankung (Progressiven Retinaatrophie = Das langsame Absterben der Netzhaut der Hundeaugen ) per Gentest ausgeschlossen werden. Womit beide Elterntiere quasi uneingeschränkt für die Zucht geeignet waren, bzw. sind.

All diese kleinen Puzzleteilchen führten schließlich dazu, das wir uns noch an diesem Tag für Bobo entschieden haben, und dementsprechend gleich ein Kaufvertrag zwischen uns und der Züchterin geschlossen wurde.
Die Abholung des kleinen Bobo wurde für Samstags in einer Woche vereinbart. So das Bobo bei Übergabe genau 8 Wochen alt war.
Welpen dürfen in Deutschland frühstens im Alter von 8 Wochen verkauft bzw. abgegeben werden, da sie ansonsten zu früh vom Muttertier getrennt würden, was auch meiner Meinung nach überaus gerechtfertigt ist.
Wie schon zuvor beschrieben würde ich sogar empfehlen den Welpen – wenn möglich noch bis zur 10 Woche bei den Wurfgeschwistern und der Mama zu belassen. Aber das muss jeder selber wissen, ich war ja seinerzeit auch nicht drauf vorbereitet wieviel Erziehungsarbeit mit Bobo noch auf uns zukommen würde. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Abschließend vielleicht noch ein paar Worte zum von uns mit der Züchterin geschlossenen Kaufvertrag. Dieser war natürlich von der Züchterin vorformuliert, und sah eine sofortige Anzahlung von 200 Euro zur Reservierung des Welpen vor, die bei Rücktritt vom Kauf verfallen wäre, was soweit meiner Meinung nach, auch völlig einwandfrei und unproblematisch war.
Ebenso enthielt der Kaufvertrag aber eine von der Züchterin – zu ihrer eigenen Absicherung – eingebrachte Klausel mittels derer der Käufer, also wir, auf jegliche Gewährleistungs- bzw. Schadensersatzansprüche verzichteten.

Info: Hierzu sollte ich vielleicht noch einmal ein bißchen ausholen, und erläutern, dass ein Hund bzw. ein Haustier nach dem BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) zwar nicht als „Sache“ gelten, jedoch rechtlich – soweit nicht anders geregelt – die gleichen Vorschriften wie bei Sachen gelten. Dies betrifft auch eine generell Gewährleistung bzw. Sachmängelhaftung des Verkäufers von zwei Jahren ab Vertragsschluß. Das bedeutet, im Fall der Fälle müßte ein Verkäufer u.U. für Heilbehandlungskosten des Tieres aufkommen, sollte der Hund beispielsweise an einer sich innerhalb dieses Zeitraumes entwickelnden Erbkrankheit leiden.

Hm ja, unter normalen Umständen hätte ich einen solchen Vertrag nicht unterschrieben. Ich habe es aber letztlich doch getan, weil es sich hier um ein Lebewesen handelt, d.h. wenn ich mich eines Tieres annehme, habe ich auch nicht vor es irgendwie bei „Sachmangel“, selbst im schlimmsten Fall zurück zu geben.
Das kommt gar nicht in die Tüte, das man mit einem Hund eine große Verantwortung für dessen Wohlergehen übernimmt sollte eigentlich jedem klar sein.

Ausserdem hätte ich bis zu einem gewissen Grad gar keine Lust mich mit dem Züchter vor Gericht um die Heilbehandlungskosten zu prügeln.
Hier kommt dann auch ein bißchen Verständnis meinerseits für den Züchter zum Tragen, ist ja selbstverständlich dass dieser nicht für jeden Schnupfen, den seine Rassehunde mal irgendwann bekommen, in Regreß genommen werden möchte.

Aber, am wichtigsten war mir für den Fall der Fälle, also bei ganz groben Gesundheitlichen Schäden, die hohen Behandlungskosten nach sich ziehen könnten, dass der Züchter auf meine Nachfrage hin einräumte, dass seine Zucht als Gewerbe angemeldet sei.
Und hier kommt es, ein Gewerbetreibender kann die Sachmängelhaftung gar nicht ausschließen, diese Möglichkeit besteht nur bei zwischen Privat-Leuten geschlossenen Kaufverträgen, wie beispielsweise beim Autokauf oder auch bei Ebay.
Insofern ist eine entsprechende Vertragsklausel also von vornherein, selbst bei gegenseitigem Einvernehmen durch Unterschrift – rechtlich gesehen irrelevant. Vielleicht hat die Züchterin dies gewusst, und nur drauf gebaut dass ihre Käufer es nicht wussten. Vielleicht hat sie es aber auch selbst nicht gewusst.
Wie auch immer, für mich bestand hier jedenfalls in diesem Fall kein Grund den Vertrag nicht zu unterschreiben, und auch keinen Grund der Züchterin dieses kleine bisschen Seelenheil der Sicherheit nicht zu gönnen. 😉

Im übrigen ist mit unserem Hund bis jetzt, toi toi toi, alls in Ordnung. Auch wenn ihr jetzt nach all diesen Informationen schon anderes vermutet habt. Später, nachdem wir den kleinen abgeholt haben, habe ich übrigens noch erfahren, dass die Züchterin bzw. deren Ehemann noch eine andere Hunderasse züchtet, was Sie uns auch bei unseren Besuchen nicht auf die Nase gebunden hat…

Hieran kann man übrigens gut feststellen, dass dieses oder jenes Detail zwar gut sein kann um einen guten- von einem schlechten Züchter zu unterscheiden, aber nicht unbedingt von Bedeutung sein muss. Oder anders ausgedrückt, dass man auch bei einem Züchter der vielleicht nicht alle einschlägigen Kriterien erfüllt, trotzdem einen gesunden (toi toi toi) und fröhlichen Hund kaufen kann 😉

So Long, euer Rambomann

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