Ein neues Mountainbike, aber welches!?

Ein echter Rambomann muß gerade heutzutage so richtig sportlich sein, und aus diesem Grund hatte ich nach Jahren der Radsport-Abstinenz gleich zum Frühjahrsbeginn mein altes Fahrrad von Staub und Spinnweben befreit, die Reifen aufgepumpt und die Kette gefettet.
Doch gleich bei der ersten Ausfahrt mußte ich feststellen das mein gutes altes Bike sich leider nicht mehr im besten Zustand befand, allen voran die alten V-Brakes und die uralte SIS Gangschaltung von Shimano.

Die Bremsen waren selbst für mich als handwerklich einigermaßen begabten Rambomann kaum noch adäquat einzustellen, u.a. weil das Hinterrad verschleißbedingt – glaube ich jedenfalls – dann doch schon etwas mehr Spiel als gewöhnlich aufwies. Darüber hinaus hatte ich – selbst nach einem länger andauernden Prozeß der Feinjustierung -, meine Schaltung, vor allem den alten vorkriegsähnlichen Umwerfer, nicht mehr korrekt einstellen können. Die Kette wollte einfach nicht mehr aufs kleinste Ritzel am Antrieb springen, dafür wollte sie um so lieber schleifen oder einfach mal ganz vom Ritzel hüpfen. Arrg!

Nach vielen Stunden des Frusts und der Verschlimmbesserung, blieb mir so schließlich die Erkenntnis, daß ich nur noch ein paar Gänge nutzen konnte, jedenfalls sofern ich nicht ständig auf Tour die Kette wieder auf die Ritzel fuckeln- und einigermaßen geräuscharm unterwegs sein wollte.
Das so ein Zustand für einen Bewohner des sehr schönen aber auch sehr hügeligen Sauerlands auf Dauer ziemlich unbefriedigend ist – scheint offenkundig. Selbst wenn der Bewohner Rambomann heißt 😉

Und aus diesem Zustand ergaben sich nun gleich mehrere Optionen für mich, die erste war natürlich: das Bike wieder einzumotten und schlicht aufs Fahrradfahren zu verzichten, wie ich es schon jahrerlang erfolgreich – und zugegeben aus Faulheit -praktiziert hatte.
Die zweite wäre gewesen: das Bike einem Fachmann zu übergeben und es generalüberholen zu lassen. Und die dritte Option lautete na klar, achte, surprise surprise: ein neues Fahrrad zu kaufen.

Nun, die erste Option kam für mich gar nicht erst in Frage, dafür war ich schlicht zu motiviert, und außerdem hatte ich beim Fahren mit dem alten Bike gemerkt das mir das Radfahren gefehlt hatte, und zudem wieder einen riesen Spaß machte. Jedenfalls so lange die Kette und die Bremsen einigermaßen mitspielten, und es, naja, erstmal bergab ging. 😀
Die zweite Option wurde von mir erwogen und für schlecht befunden, da mein Rad schon über 20 Jahre auf den Buckel hatte, und schon zu seiner Zeit ein eher preisgünstiges Modell gewesen war, womit sich ein teure Wartung also mehr oder weniger erübrigte, außerdem wollte ich natürlich auch einfach mal was schickes neues haben, schließlich kann sich auch ein Rambomann nicht auf Dauer den Verlockungen der modernen Konsumgesellschaft entziehen. Und so entschied ich mich also ein neues Fahrrad zu kaufen.

Als Freund des Internet ging ich natürlich nicht zuerst in einen Fahrradladen um mich beraten zu lassen, sondern direkt zum freundlichen Googlemeister, um erstmal diesen um Rat zu bitten.
Ein Fehler? Ganz klare Sache: Nein! Aber dennoch, für jemanden der sich bis dato nicht – bis überhaupt nicht – mit dem Thema beschäftigt hatte, präzise also für jemanden wie mich, waren die Informationen und das breite Angebot das Google mir auf einen Tastendruck hin präsentierte absolut überwältigend. Nur von der Fülle her selbstverständlich.

Da gab es auf der einen Seite Online-Fahrradhändler wie Sand am Meer, und auf der anderen Seite gefühlte 1000 Fahrradmarken und –arten. Da ich ja aber eigentlich schon direkt wußte das ich kein Rennrad oder Citybike kaufen wollte, sondern schon etwas robustes-leichtes-cooles in Richtung: Mountainbike, konnte ich glücklicherweise auf meiner Suche schon mal einiges ausklammern.
Und trotzdem blieb noch immer eine wahre Flut der Vielfältigkeit in diesem Genre über, welche es zunächst einmal zu erfassen und zu erforschen galt.
Da gab es z.B. Hardtails, Fullys, Crossbikes, Cross Country Bikes, Fatbikes, Dirtbikes und Enduro Bikes. Und diese dann noch mit 26, 27,5 oder 29 Zoll Bereifung, in X verschiedenen Rahmengrößen, Marathon oder All Mountain Ausführung. Die meisten davon ausgestattet mit einer Federgabel zwischen 60 und 200mm Federweg und einem Mix aus den verschiedenste Einzelkomponenten, welche mal mehr – und mal weniger zusammen zu passen schienen.


Natürlich konnte ich auch hier wiederum etwas eingrenzen, denn ein vernünftiges Fully (Full Suspension = Voll gefedert) Mountainbike bekommt man bei weitem nicht für das Geld welches ich zunächst bereit war für mein neues Fahrrad auszugeben. Dirt- und Fatbikes, sowie Enduros fielen u.a. aus demselben Grund aus meinem Raster, aber auch weil ich schließlich noch ein Einsteiger bin, und dementsprechend nicht beabsichtige demnächst rambomäßig mit nem extrem teuren MTB den Mount-Everest runter zu ballern. Nur um das mal zu versinnbildlichen. 😉

Und so blieben unterm Strich nur die am Markt verfügbaren Hardtail Mountainbikes und die Cross Bikes zur genaueren Begutachtung über. Mountainbikes mit Cross Country Konfiguration gibt es m.E. nach sowohl als Hardtail als auch als Fully, womit diese quasi noch eine Unterart einer Unterart darstellen, und die eigentliche Bezeichnung „Cross Country“ sich per se auf die eigentliche sportliche Disziplin – welche mit diesen Bikes betrieben wird – bezieht.
Soweit so gut, doch worin liegt denn jetzt eigentlich der Unterschied zwischen einem Hardtail-Mountainbike und einem Crossrad? Auf den ersten Blick ist das für den Laien gar nicht so leicht zu erkennen, schließlich weisen zumeist beide Arten keine Schutzbleche o.ä. verkehrstaugliche Ausstattung auf, und verfügen über eine Federgabel an der Front, und sehen so für Lieschen Müller und unwissende Rambomänner schlicht wie der Inbegriff eines Mountainbike aus.

Aber dennoch – so mußte ich feststellen – gilt es hier für jeden potentiellen Fahrradkäufer zunächst eine Grundsatzentscheidung zu treffen, und zwar: zwischen Straßen- und Geländetauglichkeit. So scheint es zumindest, denn jedenfalls wird dies dem Kunden sowohl im Internet, als auch im Fahrradladen um die Ecke immer auf die gleiche Weise vermittelt.
„Wo wollen Sie denn damit fahren? Überwiegend auf Asphalt oder hauptsächlich im Wald, oder auf noch gröberen Terrain vielleicht?“, lauten meist die Fragen der Verkäufer und Ratgeber. Fragen, welche man sich so zwar noch nicht bewußt selbst gestellt hatte, welche man aber unbewußt in jedem Fall immer sofort mit: „Sowohl, als auch!“, zu beantworten vermag.

Und da liegt das Dilemma das hier erstmal jeder nicht gänzlich Instinkt getriebene Mensch zu lösen hat. Denn beide Radtypen ermöglichen sowohl das eine, als auch das andere. Wobei man allgemein dem Mountainbike mehr Geländefähigkeit und dem Crossrad mehr Straßentauglichkeit zuschreibt. Was auch stimmt. So ist ein Hardtail Mountainbike meist etwas robuster gebaut, verfügt über etwas mehr Federweg, dickere Reifen, und ist etwas schwerer, derweil das Crossbike einen dünneren Rahmen, schmalere Reifen und kleineren Federweg aufweist, was auf Asphalt angeblich Vorteile gegenüber dem Mountainbike mit sich bringt. Und zwar in der Hinsicht das man damit etwas leichter in die Pedale tritt als mit nem MTB.

Und so hab auch ich mir anfänglich einen Kopf darum gemacht, was denn nun für mich das richtige Bike sei. Schließlich bin ich Anfänger und möchte auch auf der Landstraße mit meinem Bike den Berg hochradeln können ohne mich gänzlich zu verausgaben, und trotzdem auch noch im Wald über Stock und Stein, Wurzeln und Schotter fahren können, ohne gleich im Anschluß das Rad zur Reparatur bringen zu müssen. Wofür sollte ich mich also entscheiden? Musste ich denn eigentlich auf eins von beiden verzichten bei meinen Vorstellungen und meinem Budget? Und was war denn eigentlich die vernünftigste Wahl für mich? Die Lösung war am Ende gar nicht so schwierig wie sie mir zuerst erschien.

Ließ hier weiter wofür ich mich schließlich entschieden habe: Hardtail MTB VS Crossrad – die Entscheidung

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